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Ich weiss was meine letzten Worte sein werden: Es war ganz seltsam auf der Erde zu sein. Es war oft ganz seltsam für mich. Isoliert. Wie als gehörte ich überhaupt nicht hier her. Oft habe ich verachtet wie die normalen Menschen ticken. Und ich habe selten was genossen. Genossen habe ich das Alleinsein und gestört hat mich mein Alleingelassenwerden. Ich war einsam mit mir, und die Einsamkeit war meine Freundin, sie war immer da und brachte Wehmut, Wut und Ekel mit, besonders wenn ich sah, wie anders die andere Menschen und besonders die anderen Mädchen lebten. Offener und integrierter. Viel lebenslustiger. Ich dagegen wurde schon lebensmüde geboren und deswegen und weil ich äusserlich nicht gut aussah, deswegen haben sie mich gemieden. Es war oft sehr schwer das Haus zu verlassen, wegen der Blicke und Beleidigungen. Aber noch schlimmer empfand ich die gute Miene zum bösen Spiel der Ignoranten und die Ignoranz eines Mädchens aus meiner späteren Schule, dabei habe ich auch den Kontakt mit ihr vermieden, so gut es ging. Vielleicht aber aus Trotz, weil ich spürte, dass sie mich nicht leiden konnte. Das ruhige hässliche Mädchen. Sie muss meinen Neid gefühlt haben. Manchmal dachte ich noch daran, dass wir vielleicht in einem anderen Leben hätten Freunde sein können. Aber ich wusste oft nicht, was wir ausser nebeneinander sitzen und in die Ferne starren hätten tun sollen. Manchmal mochte ich einfach von ihr so angenommen werden wie eine liebende Mutter ihr Kind annimmt, trotz dessen Hässlichkeit. All die Gedanken an sie oder eher an meine idealisierte Version von ihr, waren begleitet von Wehmut und Einsamkeit. Und weder Wehmut noch Einsamkeit spendete mir Trost. Es gab keinen Trost darüber und keinen, wenn es um meine Eltern ging, die ich nie hatte. Ich hatte höchstens Erzeuger. Einen Erzeuger der mich als ich sieben war sterben liess und eine Erzeugerin die mich nur materiell versorgte. Da war keine Liebe, auch nicht von den Grosseltern und von meiner brutalen Schwester gab es keinen Respekt, aber Angst und Stress. Für meine Verwandten war ich all die Jahre entweder das süsse ruhige Mädchen, das hässliche ruhige Mädchen, die hässliche Schräge oder einfach nicht existent, obwohl ich lebte. Ihre Meinung unterschied sich damit nicht von der meiner Bekannten. Ich wünschte man hätte mich einfach fragen können, ob ich existieren will oder nicht. Und ich wünschte ich hätte nein gesagt und hätte dieses nein noch mal betont, damit es unumstösslich ist, für immer und ewig.
Am Liebsten hätte ich euch alle gar nicht erst treffen wollen.